
Michael Drozd in der Klubzeitung vom Juli 2002
Ein Saisonrückblick
Diese bestand in dieser Regatta-Saison aber leider nur aus einem aktiven Teilnehmer, nämlich mir, einem Newcomer vom September 2000.
Frühregatta Grünau
Da dies meine erste Regatta war, war ich schon mehrere Wochen vorher beim Gedanken daran aufgeregt. „Alle Rennen sind wegen des Wetters auf 1000 Meter verkürzt.“ Mit diesem Satz wurde ich begrüßt und hätte auch beinahe einen Freudenschrei ausgestoßen. Im ersten Rennen am Samstag unterlag ich knapp und wurde wie auch am Sonntag Zweiter. Am Samstag trug das Wetter (siehe Überschrift) auch seinen Teil dazu bei.
Veni, vidi, vici
Nein, so einfach, wie Cäsar seinen Feldzug darstellt, war die 74. Lübecker Regatta für mich wohl nicht. Am ersten Regattatag (ich fuhr in Leistungsgruppe 3) verlor ich gegen einen Dänen um wenige Sekunden, die wohl teilweise auf die Kappe einer durch Berufsschifffahrt verursachten Welle gehen können. Nach einer Besichtigung der Hansestadt gewann ich am folgenden Tag (diesmal in Lgr. 1) mit exakt 10 Sekunden Vorsprung. Scherzhaft hieß es nachher: „Es ist doch auch unter unserer Würde, in Leistungsgruppe 3 zu gewinnen!“
Konkurrenz für Bayer Leverkusen
„Ihr werdet niemals Deutscher Meister!“, wird dem viermaligen Vize-Meister der letzten sechs Jahre gesagt. Was die zweiten Plätze angeht, bin ich bei der Rüdersdorfer Frühregatta an den Leverkusenern vorbeigezogen, denn hier belegte ich das vierte und fünfte Mal den 2. Platz in dieser Saison.
Wirklich knapp wurde es erst am Sonntag. Es fing schon mit dem Start an, bei dem die Wellen des verspäteten Schiedsrichterbootes mir den Start vermasselten und das Rennen zu einer Aufholjagd machten. Bis auf den Sieger kam ich an allen vorbei.
Bringt St. Michel mir Glück?
Ungefähr einen Monat nach Lübeck versuchen wir es in einer weiteren Hansestadt. Diesmal ist es Hamburg mit dem Michaelis-Dom. Da das eine der großen Regatten ist, waren wir mit dem dritten Platz am ersten Tag durchaus zufrieden, obwohl ich den zweiten erst wenige hundert Meter vor Schluss verloren habe. Bei den gesetzten Läufen am Sonntag habe ich dann leider etwas versteuert, fuhr gegen Bojen und verlor dadurch viel Zeit. Leider sprang dann nur ein fünfter Platz heraus.
Schiebewind im Kanal Gegenwind auf dem Baldeneysee
In Hamburg noch tauchte die Frage auf, ob wir zur Deutschen Meisterschaft nach Essen fahren sollten. Wir entschieden uns dafür, was sicher nicht verkehrt war. Den Vorlauf schloss ich bei Wind und Wellen als Zweiter hinter dem späteren Vize-Meister ab. Als Hoffnungslaufsdritter kam ich von der Platzierung her knapp, aber was den Abstand angeht sicher ins Halbfinale, das ich tags darauf als Sechster abschloss. Die Wetterverhältnisse hatten sich kaum geändert und das war auch zum für mich kleinen Finale nicht anders. Der Start wurde sogar verzögert, um besseren Wind abzuwarten. Am Start schließlich versank mir ein Blatt gleich zweimal, was eine Aufholjagd zur Folge hatte. Dadurch konnte ich mir meine Kraft unmöglich einteilen und verlor eine Sekunde hinter dem Vorletzten auch das kleine Finale und wurde Zwölfter von achtzehn Teilnehmern.
Jetzt taucht natürlich die Frage auf, woran es denn im Finale gelegen hat, aber da möchte ich Bob Dylan zitieren: „The answer, my friend, is blowin’ in the wind!“
Michael Drozd
Rudern
am Spandauer See!