
Bernice Buchmann in der Klubzeitung vom September 2004
Samstag, der 5. Juni 2004, um 14.00 Uhr muss ich da sein. Mama fährt mich hin. Ich quengle schon seit 12.00 Uhr, dass wir endlich los müssen. Aber die Zeit vergeht nicht. Ich bin aufgeregt und will endlich Rudern lernen. Eigentlich wollte ich das schon im letzten Jahr, weil meine Brüder Pascal und Philipp auch im Klub sind. Aber der Jugendleiter Arne hatte gemeint, ich solle noch ein bisschen wachsen. Das bin ich jetzt.
Endlich geht es los. Obwohl ich die Bootshalle schon mal auf den Festen vom Ruderklub gesehen habe, kommt sie mir nun ein bisschen groß und unheimlich vor. Waren die Boote schon immer so lang? Und erst die Paddeln! Die Betreuer Björn und Sören begrüßen mich und drei andere Neulinge. Wir werden erst mal aufgeklärt, dass die Paddel Skulls heißen und bekommen gezeigt, wie man ein Ruderboot fachmännisch ins Wasser lässt.
Auch wie man die Skulls hält, ist erst mal eine Wissenschaft für sich. Aber nach den ersten Metern klappt es einigermaßen mit dem Rudern. Natürlich hatte ich Angst, dass ich im Wasser lande, aber das passierte mir erst ein paar Kurstage später, als ich das erste Mal Skiff fahren durfte. Sören war mein Retter. Er hielt das Boot fest, und ich bin ganz schnell wieder hinein gekommen ... und dann wie eine Irre zurück zum Bootshaus und ab unter die warme Dusche. Heute bin ich im Klub und wohl das jüngste Mitglied. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie ich am Anfang gerudert bin ohne die Skulls aufzudrehen. Und irgend wann gehe ich dann mal in die Leistungsgruppe und mache meinen großen Bruder platt. Ätsch.
Bernice Buchmann
Rudern
am Spandauer See!